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Top- und Flop-Produkte im Leben-Neugeschäft

05.07.2018

Die deutschen Lebensversicherer haben im vergangenen Jahr ihre Beitragseinnahmen zum dritten Mal in Folge nicht steigern können.

So hat die Branche 2017 in der Lebensversicherung im engeren Sinne – also ohne Pensionskassen und Pensionsfonds – mit 86,5 Milliarden Euro 0,2 Prozent weniger an Bruttobeiträgen eingesammelt, als im Jahr zuvor. Seinerzeit war das Minus mehr als sieben Mal so hoch ausgefallen (VersicherungsJournal 28.3.2017).

Dies geht aus der Broschüre „Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2018“ hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) am Mittwoch veröffentlicht hat. In der Publikation werden die vollständigen Geschäftszahlen in der Lebensversicherung für das Geschäftsjahr 2017 dargelegt.

Neuzugang erneut rückläufig

Rückläufig war auch der Neuzugang, der erstmals seit Langem unter die Marke von fünf Millionen rutschte – und zwar um fast ein Zehntel auf nur noch 4,91 Millionen eingelöste Versicherungsscheine. Damit ist es im vergangenen Jahr nicht ganz so schlecht gelaufen, wie es der GDV im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz Anfang Januar (VersicherungsJournal 31.1.2018) auf Basis von vorläufigen Daten bekannt gegeben hatte.

Bei so gut wie allen Produktgattungen hatte die Branche Rückgänge zu verzeichnen. Einzige Ausnahme war mit einem Plus von rund einem Sechstel der Bereich „Sonstige Lebensversicherungen“, wozu der GDV unter anderem Lebensversicherungen ohne Überschussbeteiligung, Kapitalisierungs-Geschäfte, Bauspar-Risikoversicherungen sowie übrige Einzel- und Kollektivversicherungen zählt.

Bei den Pflegerenten sowie den fondsgebundenen Kapitalversicherungen fiel das Minus mit jeweils deutlich über einem Drittel am größten aus. Jeweils um rund ein Zehntel rückläufig war der Neuzugang bei den klassischen Kapitalversicherungen sowie den Risikoversicherungen.

Um rund ein Dreizehntel niedriger als im Jahr zuvor fiel die Anzahl der eingelösten Versicherungsscheine in der Restschuldversicherung aus. Vergleichsweise moderate Rückgänge zwischen drei und vier Prozent standen für die Renten- und Pensionsversicherungen sowie die Invaliditäts-Versicherungen zu Buche.

Renten- und Pensionsversicherungen am Neuzugang

Wie in den Vorjahren sind die Renten- und Pensionsversicherungen die tragende Säule des Neugeschäfts der Lebensversicherer. 2017 machte diese Produktgruppe mit knapp zwei Millionen eingelösten Versicherungsscheinen mehr als 40 Prozent des gesamten Neuzugangs aus. Knapp zwei Drittel davon entfiel auf Mischformen mit Garantien, ein gutes Viertel davon auf klassische und das verbleibende Neuntel auf Fondspolicen.

LV Neuzugang 2017 (Bild: Wichert)

Ein gutes Achtel des Neuzugangs war den Restschuld-Versicherungen zuzuordnen, jeweils rund ein Zehntel entfiel auf Kapital- beziehungsweise Risikoversicherungen und ein Zwölftel auf Invaliditäts-Versicherungen. Der Absatz von Pflegerenten-Versicherungen bleibt weiter auf sehr niedrigem Niveau. Nur rund jeder 250. eingelöste Versicherungsschein entfiel auf diesen Bereich.

Geänderte Erfassungsmethode

Konkrete Vergleiche mit dem Neuzugang früherer Jahre sind aufgrund einer geänderten Erfassungsmethode nicht möglich. Denn in der aktuellen Broschüre schlüsselt der Versichererverband das Neugeschäft nicht mehr wie in den letzten Jahren getrennt nach Einzel- und Kollektivversicherungen auf.

Vielmehr wird davon abweichend nun der eingelöste Neuzugang insgesamt aufgelistet. Deshalb sind Abweichungen zu früheren Berichten der VersicherungsJournal-Redaktion nicht auszuschließen.

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